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Sonderzug


628.0 Die Abschiedstour

Eigentlich sollte es ein Abschied werden...

doch dann ereignete sich eine Woche vor Weihnachten ein kleines Wunder.

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Zur Vorgeschichte:

Die ab 1975 in Betrieb genommenen Prototypen der Baureihe 628, die so genannte Nullserie, die Zeit ihres Daseins in Kempten beheimate sind, sollten zum Jahresende 2002 aus dem aktiven Dienst ausscheiden. Mit der Baureihe 642 stehen in Kempten seit dem Jahr 2000 ausgeliefert werden die potentiellen Nachfolger bereit und haben sich schon auf diversen, ehemaligen Stammstrecken der 628.0 breit gemacht.

Die Zeit der Vorserienfahrzeuge war praktisch zu Ende. Doch der Verlauf der Dinge wollte anscheinend noch kein Ende, dieser ungewöhnlichen Fahrzeuge. Auf der Außerfernbahn, von Kempten nach Garmisch-Partenkirchen, die Stammstrecke der 628.0 schlechthin erhielt die DB für den österreichischen Teil der KBS 976 keine Zulassung für ihre neuen "Paradepferde". Selbst die Serienfahrzeuge der BR 628 wurde dort nicht gerne gesehen. Selbiges galt auch für die vier zu VT-VS umgebauten Einheiten 628-021 bis 024 (die Steuerwagen entstanden Anfang der achtziger Jahre aus den Fahrzeugen 006, 007, 016 und 017 durch den Ausbau der Motoren und den Einbau stärkerer Motoren in die Motorwagen 021 bis 024)

Somit musste die DB, wohl oder übel einen kleinen Rest der .0 in das Jahr 2003 mit übernehmen. Dies bedingte auch den Umbau der Indusi von der Bauart Indusi 60 auf PZB 90. Dazu wurden die Fahrzeugeinheiten 628-003, 004, 008, 009, 013, 014, 018 und 019 auserkoren.

Für die restlichen Einheiten erfolgte Anfang Dezember 2002 die Z-Stellung.

Durch einige Mitarbeiter der DB Regio Bayern, darunter viele Kollegen des Bh Kempten wurde aus diesem Anlass eine Abschiedsfahrt organisiert, welche am 28.12.2002 auch stattfand.

Da diese Fahrt zudem auf einer Strecke stattfinden sollte, die zum größten Teil für die fast dreißig Jahre alten Fahrzeuge sowohl Neuland, als auch Herausforderung sein sollte, wurde aus zwei Motorwagen der VT-VS Kombinationen wieder eine, fast originalgetreue Einheit gebaut. 628-022 wurde mit 628-023 gekuppelt und so entstand ein fast 800 PS starkes "Geschoss".

Ursprünglich war die Fahrt für ca. 100 Teilnehmer ausgelegt, doch die Nachfrage war so riesig, das noch ein Zweites Fahrzeug benötigt wurde, um wenigstens einen Teil der Anmeldungen zusagen zu können. Dazu wurde dann noch der absolute Urvater gewählt. 628-001 / 011 (zusammen ca. 650 PS).

Diese beiden Wagen sollten also den offiziellen Abschied der 628.0 begehen, auch wenn die auf PZB Umgerüsteten Einheiten noch solange im Betreib bleiben sollten, bis die öBB Zulassung für die BR 642 erfolgt. Ihre Ablösung sollte dann rasch und heimlich vollzogen werden.

Doch erstens kommt es anders. Pünktlich zum Fahrplanwechsel erteilte zunächst die öBB den in Kempten beheimateten 642 (und nur diesen) die Zulassung für die Außerfernbahn. Dann erfolgte eine Woche vor Weihnachten eine Ausnahmegenehmigung des EBA, das die Fahrzeuge der BR 628.0 bis gegen Ende 2004 weiterhin mit Indusi 60 auf den Strecken von DB Netz verkehren dürfen.

Da nun aber die Zuverlässigkeit der BR 642 nicht gerade so groß ist, wie sich das die DB von einem Neubaufahrzeug erhofft hatte und auch der Hersteller die kleinen und großen Macken der Desirios nicht wirklich in den Griff bekommt, entschloss sich die DB dazu, den aufgestellten Umlaufplan für die vier PZB 90 Einheiten aufrecht zu erhalten und auch mit diesen Fahrzeugen zu besetzen. Zudem wurde auch die Ausmusterung der übrigen 628.0 zurück genommen, um die Fahrzeugreserve, in Kempten zu erhöhen. Nur die Einheit 628-005 / 015 fand den Weg zurück in den Betriebsbestand nicht mehr. Bei ihr waren die Rostschäden einfahc schon zu weit fortgeschritten, um eine Wiederinbetreibsetzung zu rechtfertigen.

Plötzlich gab es nun aber keinen Grund mehr, die 628.0 nun schon zu Verabschieden. Doch da bereits über 180 Teilnehmer für die Fahrt feststanden, wurde sie kurzerhand zu einer Sonderfahrt umdeklariert. Nicht mehr das Fahrzeug alleine war der Grund, sondern die Kombination aus Fahrzeug und gewählter Strecke.

Am 28.12.02, war es um 06:45 Uhr so weit, geführt von 628-023 startete Rbz 71090 in Kempten Hbf zu einer Tour über Reutte in Tirol, Garmsich-Partenkirchen, Mittenwald, die Karwendelbahn, Insbruck West, Landeck, St. Anton, Bludenz, Lindau-Reutin zurück nach Kempten Hbf.

Die auf den folgenden Seiten gezeigten Bildern sollen einen kleinen Eindruck dieser außergewöhnlichen Reise vermitteln.

Vielen Dank an dieser Stelle auch noch einmal an alle Organisatoren. Es hat einfach Spaß gemacht und war wunderschön.

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In Vils erfolgte die Kreuzung mit dem "Künstlerzug" 628-003 / 013.

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Ausfahrt aus dem Tunnel auf der Außerfernbahn

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Kurzer Fotostop :-)

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Ohne die Bahnsteigbevölkerung eine gigantische Kulisse.

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Irgendwer hat wohl vergessen, an dieser "Fotostation" einen Bahnsteig zu installieren.

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Fast eine Werbeaufnahme

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Bichelbach-Bärwang - Kreuzungsaufenthalt

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Und kurz danach, ohne Kreuzung.

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Das Zuglaufschild war schon gedruckt, als Wörtchen Abschied Makulatur wurde.

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Mittenwald. Drei Farbkonzepte vereint vor der Bergkulisse.

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Warten auf den Abfahrauftrag.

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Seefeld, Golfplatz

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Sonntagsausflug in die Berge mit der Bahn

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im Karwendelgebierge

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Innsbruck West, der nächste planm. Aufenthalt

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Deutsch - deutsches Zusammentreffen in Austria

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Da drüben sind wir runter gefahren. Einfach gigantisch, was die Leute damals gebaut haben.

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Arlberg wir kommen.

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Aber vorher machen wir noch ein paar Bilder im Flachen.

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Zwischen den Hügeln hindurch und dann den Berg rauf.

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Immer wieder Kreuzungsaufenthalte.

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Die Höhe über n.N. ist schon ein wenig gestiegen.

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überholung in Landeck. Der Aufenthalt wurde auch zum Wasserfassen (Für die Toiletten) genutzt.

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Auch etliche Tauruse (oder sagt man Tauri) begegneten uns. Hier mit einem EC und einer 1144 am Schluß.

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Sonderzug DZ 18090 hießen wir zwischen Mittenwald und Lindau. Auch wenn die Zugzielanzeige in St. Anton unser Reiseziel falsch wiedergibt.

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Noch ist die Mittagspause in St. Anton nicht beendet und so bleibt noch Zeit für ein paar Aufnahmen des Zuges.

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auch von von der anderen Seite. Das DB Logo ist übrigen original!

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Die Anschriften stehen immer noch so wie in Epoche IV, bei der Auslieferung. Allerdings wurde zwischenzeitlich das y der Gattung überklebt und die Bremsanschrift angepasst.

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Unser letzter Stop auf öBB Gebiet erfoglte in Bludenz. Dort begegneten wir einem Sonderzug von Euro-Express.

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2 Sekunden Belichtungszeit, ohne Stativ aus dem fahrenden Zug. Bei der Abfahrt aus Lindau-Reutin gegen 18 Uhr.

Ich hoffe, die Bilder haben euch gefallen. Vielleicht gibt es ja noch mal eine Sonderfahrt mit einem 628.0?

Dann gibt es auch wieder eine Sonderseite darüber.